Giesenkirchen braucht Brunnenpaten

Das Mönchengladbach Pleite ist, ist nicht neu. Die Bezirksregierung als zuständige kommunale Aufsichtsbehörde hat nicht nur mit unserer Stadt ihre liebe Mühe für geordnete finanzielle Verhältnisse zu sorgen. Viele Kommunen haben kein Geld um freiwillige Leistungen bzw. Pflichtaufgaben finanzieren zu können, die ihnen von Bund und Land übertragen worden sind. Dass die rot-grüne Landesregierung unter Ministerpräsidentin Hannelore Kraft dies erkannt hat und mit einer Verlängerung des Konsolidierungszeitraums für kommunale Haushalte und einem „Stärkungspakt Stadtfinanzen“ gegenzusteuern versucht, sei hier nur am Rande erwähnt.

Auch Mönchengladbach muss also nach Vorgabe der Bezirksregierung Düsseldorf sparen. Zum Beispiel bei der Unterhaltung der städtischen Brunnen. Die Fachverwaltung hat dazu eine Liste erstellt, in der „stadträumlich als bedeutsam eingestufte Brunnen“ aufgeführt sind, bei denen es wünschenswert wäre, wenn diese weiter betrieben werden würden. In Giesenkirchen wären dies der Brunnen auf dem Konstantinplatz, der Brunnen in der Grünanlage „Am Alten Friedhof“ sowie der Brunnen auf dem Dorfplatz in Schelsen.

Aber wie soll nun sichergestellt werden, dass die Brunnen zukünftig weiter „sprudeln“? Der Fachbereich Ingenieurbüro und Baubetrieb schlägt nun verwaltungsseitig vor, dass nach Brunnenpaten Ausschau gehalten werden soll. Diese sollen dann dafür sorgen, dass die „Brunnen dann in Betrieb genommen werden, wenn sich hierfür ein Brunnenpate findet oder die Spenden der Bevölkerung in der Summe ausreichen, einen oder mehrere weitere Brunnen in Betrieb zu nehmen“ (siehe Vorlage-Nr. 155/VIII vom 03.06.11).

Die drei genannten Giesenkirchener Brunnen sind allerdings in einem unterschiedlichen baulichen Zustand. Während der Brunnen in der Grünanlage Am Alten Friedhof sich noch als relativ solide ohne weiteren Investitionsbedarf präsentiert, müssen für die beiden auf dem Konstantinplatz und auf dem Dorfplatz Schelsen zunächst ca. 5 000 € bis 15 000 € in die Hand genommen werden, damit es bald wieder heißen kann: „Wasser marsch!“. Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich bei allen drei genannten Giesenkirchener Brunnen auf rund 6 000 €. Brunnenpate zu sein ist also kein billiges Vergnügen.

Bei Interesse: Weitere Informationen gibt es beim Fachbereich Ingenieurbüro und Baubetrieb, Markt 11 (Rathaus Rheydt), Tel.  (0 21 61) 25 – 8850.

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