Sonderkommission gegen Graffiti – Soll sie mit Schrubber und Putzlappen ausgerüstet werden?

Besprühte Wand - zum Glück nicht in GiesenkirchenEin gelungenes Beispiel für unnützen politischen Aktionismus hat jetzt wieder die CDU Giesenkirchen geliefert. In einem als „offenen Brief“ deklarierten Schreiben an den Mönchengladbacher Polizeipräsidenten Hans-Hermann Tirre fordern der Vorsitzende und sein Stellvertreter der Giesenkirchener Christdemokraten allen Ernstes die Einsetzung einer Sonderkommission gegen die Graffitisprüher.

Vorweg: Auch mich regen diese Verunstaltungen wahnsinnig auf, die leider mittlerweile an jeder Ecke wild gesprüht an Haus- und Garagenwänden oder auch an Autobahnbrücken zu finden sind. Besonders ärgerlich ist dies für die betroffenen Hausbesitzer im Bereich Meerkamp und Puttschen. Oftmals sind die Sprühereien dieser „Künstler“ gar nicht so einfach zu entfernen. Und wenn doch, ist dies nicht gerade billig.

Kopfschütteln muss ich aber auch über die besagten Herren der CDU bzw. über ihre Forderung. Getreu dem Motto „Wenn Du nicht mehr weiter weißt gründe einen Arbeitskreis“ fordern sie jetzt die erwähnte Sonderkommission. Die geneigte Öffentlichkeit fragt sich nun: Was soll diese Sonderkommission erreichen? Soll sie gar mit Schrubber und Putzlappen ausgerüstet werden um die betroffenen Privathäuser von den Graffitis zu befreien? Soll diese Sonderkommission feststellen, dass die Mönchengladbacher Polizei verstärkt nach Graffitisprühern Ausschau halten soll? Geholfen ist mit dieser Kommission jedenfalls niemandem.

Ich glaube eher, dass es sich hier um politischen Aktionismus handelt. Weil man ganz offensichtlich in letzter Zeit politisch in Giesenkirchen nicht mehr wahrgenommen wird, soll jetzt auf diesem Weg Handeln nachgewiesen werden. In diesem Zusammenhang finde ich ja auch die Aussage „… möchten wir als CDU-Ortsverband, dass die Bürgerinnen und Bürger unseres Stadtteils im Zuge der Transparenz Kenntnis davon erlangen, wie sich ihre gewählten Mandatsträger in dieser Frage aufstellen.“ bemerkenswert. Mit Blick auf „Giesenkirchen 2015“ und dem damaligen Handeln der beiden Herren möchte ich den Satz lieber nicht weiter kommentieren…

Als gute Alternative und gelungenes Beispiel für bürgernahes politisches Handeln schlage ich vielmehr vor, dass die beiden CDU-Politiker doch

a) selber zu Wasser, Eimer und was man sonst noch braucht greifen, und die Hauswände reinigen sowie

b) Abends durch Giesenkirchen Streife laufen und nach möglichen Verdächtigen Ausschau halten.

Dies wäre dann jedenfalls mal ein innovativer Politikansatz… 🙂

Oliver Büschgens
Stellv. Mitglied im Polizeibeirat der Stadt Mönchengladbach

Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

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