Mal was anderes: Stolz sein auf unsere Borussia!

Also mal ehrlich: Wenn vor der laufenden Fußballbundesligasaison jemand gesagt hätte, dass die einzig wahre Borussia bereits vier Spieltage vor Ende der laufenden Saison einen Europapokalplatz sicher hat und sogar noch realistische Chancen bestehen, die direkte Qualifikation für die Champions League zu erreichen, hätte doch jeder realistische Fußballfan an dessen Sachverstand gezweifelt.

Heute, nach dem 31. Spieltag und rund elf Monate nach dem erst in der Relegation gegen den VfL Bochum geschafften Klassenerhalt bleibt festzustellen: Die Elf vom Niederrhein hat mindestens die Gruppenphase der Europa League sicher und darf von mehr träumen. Wahnsinn!

Dabei standen die Zeichen alles andere als auf Europa: Innerhalb des Vereins hatte sich zum Ende der vergangenen Saison eine Opposition gebildet, die größere Veränderungen an der Vereinsstruktur vornehmen wollte und sich dazu eines prominenten Helfers bedienen wollte und zum anderen wurde das Gesicht der Mannschaft nicht verändert und mit dem gleichen Gerüst in die neue Erstligasaison gestartet.

Auf die Vorgänge rund um die Jahreshauptversammlung möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen, ich gebe allerdings zu, dass ich an der Personalpolitik der sportlichen Führung zu Saisonbeginn großen Zweifel hatte. Aber ich habe mich getäuscht. Wie sicherlich auch viele andere. Nicht nur die Verpflichtung von Lucien Favré im Februar 2011 erwies – nicht nur spielerisch – sich als absoluter Glücksgriff, auch dass die Mannschaft eine zweite Chance bekam und nur punktuell in der Breite verstärkt wurde, muss im Nachgang als richtige Entscheidung gewertet werden. es ist mir immer noch ein Rätsel, wie die gleiche Mannschaft, die so knapp der zweiten Liga entkommen ist, in dieser Saison so tollen Fußball gespielt hat, dass vereinzelt schon (irrwitzige) Vergleiche mit großen Fußballclubs in Europa gezogen wurden (Stichwort: Borussia Barcelona).

Dies hat zum Beispiel zur Folge, dass der fußballbegeisterte Mönchengladbacher nun nicht mehr zurück blickt und glaubt – unterstützt von den Medien – nach zwei, drei Spielen ohne Sieg, das Vermissen von attraktivem und schnellem Kombinationsfußball oder gar das Abrutschen in der Tabelle von Platz 3 auf Platz 4 eine existentielle Krise ausrufen zu müssen. Alles Quatsch! Selbst der frühzeitig bekanntgewordene Wechsel von Marco Reus in seine Heimatstadt (eigentlich geht Schwarz-Gelb ja weder im Fußball noch in der Politik, ich gratuliere aber trotzdem schon heute zur erfolgreichen Titelverteidigung) hat nicht zum Ende des Höhenfluges geführt. Der wohlwollende Betrachter der fußballerischen Leistungen unserer heimischen Borussia sollte immer an eins denken: Wo stand die Mannschaft vor einem Jahr? Was hier am linken Niederrhein rund um den Borussia-Park passiert ist läßt sich nur mit einem Wort beschreiben: Wahnsinn! 

Hoffentlich geht der Weg weiter wie in dieser Saison. Die Personalplanungen dürften ja jetzt um einiges einfacher und die Mannschaft gezielt verstärkt werden können. Ich bin gespannt…

Jetzt freue ich mich jedenfalls auf große Europapokalabende im Borussia-Park gegen Barcelona, Real, Inter, ManU… (Träum… 🙂 )

Foto: halmackenreuter  / pixelio.de

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