Landtagswahlkampf mit Maß oder doch eine Materialschlacht?

(…) bis zur Landtagswahl werden auch in Mönchengladbach die Parteien möglichst viele Wähler von ihrer Arbeit zu überzeugen. Wahlkampf ist notwendig, denn die besten Inhalte sollen am Ende auch entscheiden. Wir als CDU Mönchengladbach setzen uns jedoch dafür ein, dies mit dem richtigen Maß zu tun. (…)  Wir wollen daneben die Zahl der Plakate deutlich reduzieren. (…)

(Zitat Dr. Günter Krings MdB am 19. März 2012 / Homepage CDU MG)

In einem Schreiben an die Vorsitzenden von SPD, Bündnis 90/DIE GRÜNEN und FDP in Mönchengladbach hat sich der Mönchengladbacher Kreisvorsitzende der CDU unmittelbar nach der Auflösung des nordrhein-westfälischen Landtags gewandt und unter anderem oben erwähntes formuliert.

Fährt man nun insbesondere durch die Straßen des südlichen Mönchengladbacher Landtagswahlkreises, also durch Rheydt, Giesenkirchen, Volksgarten, Wickrath und Odenkirchen, stellt sich die Frage: „Was ist von diesem Vorsatz geblieben?“ Hat doch insbesondere die CDU Mönchengladbach mit ihrem lokalen Landtagskandidaten mit einer Materialschlacht bis in die kleinsten Nebenstraßen begonnen, die nun auch noch im Aufstellen dutzender sogenannter „Wesselmann-Tafeln“ mit dem Konterfei des örtlichen Kandidaten und einer flächendeckenden gemeinsamen Postwurfsendung des Spitzen- („Ich bin ein Mönchengladbacher“) mit dem örtlichen Landtagskandidaten ihren Höhepunkt(?) findet.

Man kann durchaus über die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit von Plakaten, insbesondere von Kandidatenplakaten, unterschiedlicher Meinung sein. Wahrscheinlich ist sogar, das selbst ein noch so schön gestaltetes Wahlplakat eher geringen Einfluss auf das Wahlverhalten der Bürgerinnen und Bürger ausübt. Auffällig ist zudem, auf ein SPD-Plakat kommen gefühlt 5-7 Mastanhänger der CDU. In Giesenkirchen finden sich an 35 Standorten Kandidatenplakate unseres SPD-Landtagskandidaten Hans-Willi Körfges an den Laternen. Schmunzeln musste ich, dass einen Tag, nachdem wir unseren Beitrag zu dieser Wahlwerbung geleistet hatten, die örtliche CDU nochmals „nachgelegt“ hat und weitere Plakate das Ortsbild verschönern.

Aber auch der politische Überlebenskampf der Mövenpick-Partei führt zu einer deutlich gestiegenen Anzahl an Plakaten an Straßenlaternen und Bäumen. Dass sich die FDP nun auch noch dem Vorwurf ausgesetzt sieht, Steuergelder für den Wahlkampf zu verwenden, kommt noch hinzu.

Die Frage sei an dieser Stelle erlaubt, was vor dem Hintergrund der genannten Wahlkampf“aktivitäten“ der eingangs zitierte Brief sollte. Wenn man diesen Brief, der seinerzeit auch listigerweise den lokalen Medien zur Verfügung gestellt wurde, dem tatsächlichen Handeln der Mönchengladbacher Christdemokraten gegenüberstellt, weiß man nun sehr genau, was man von Zusagen dieser Partei und ihres Vorsitzenden zukünftig zu halten hat.

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