Bemerkenswertes Lebenszeichen der Giesenkirchener CDU: Vorsitzender hetzt Kreisbau-Mieter auf

Ein bemerkenswertes Lebenszeichen gab die Giesenkirchener CDU in der vergangenen Woche über ihren Vorsitzenden an die geneigte Öffentlichkeit: Die ortsansässige Gemeinnützige Kreisbau AG – eine 100% Gesellschaft der Stadt Mönchengladbach – wurde per Pressemitteilung aufgefordert, die „Finger vom Rheydter Hauptbahnhof zu lassen“, da bei einem möglichen Erwerb der Bahnhofsimmobilie „spürbare finanzielle Belastungen für die Mieter der Kreisbau AG“ befürchtet werden. In der Pressemitteilung wird schwadroniert, dass „bei diesem Projekt Kosten für Erwerb und anschließende Entwicklung der Immobilie im Raum (stünden), die von dem städtischen Wohnungsunternehmen nur dann zu stemmen wären, wenn gleichzeitig höhere Einnahmen erwirtschaftet würden. „Und das ist nur über Mieterhöhungen möglich, die vor allem diejenigen treffen würden, die auf günstige Mieten angewiesen sind“, (…). Darüber hinaus müsste für ein derartiges Projekt vermutlich zusätzliches Personal eingestellt werden, was wiederum zusätzliche Kosten verursacht, die das Unternehmen belasten.“ (…)

Unterstellt wird, dass die Ratsmehrheit aus SPD, FDP und Bündnis-Grünen zu Lasten des Unternehmens und unterschwellig auch gegen den Vorstand den Kauf planen. Nun muss man wissen, dass der Vorstand (eine Person) der Kreisbau AG zugleich auch Mitglied des Vorstandes der CDU Giesenkirchen ist… Vor diesem Hintergrund sind die zitierten Aussagen aus der Pressemitteilung vom 19. Oktober allerdings schon beachtlich. Hat da jemand Insiderwissen, spielt über Bande oder war dies nur ein populistischer Versuch, sich an die Seite der/s vielbeschworenen „kleinen Mannes/Frau“ zu stellen um Bürgernähe zu demonstrieren. Schließlich handelt es sich hierbei um die selben Protagonisten, die vor wenigen Jahren noch gemeinsam einen neue Sportanlage in Giesenkirchen errichten wollten und am Bürgerwillen gescheitert sind.

Das Beste zum Schluss…

Einen besonderen Satz in der bereits erwähnten Pressemitteilung hat sich der Verfasser bis zum Schluss aufgehoben. „Der mögliche Verkauf der Immobilie an einen privaten Interessenten ist aus CDU-Sicht nicht zwingend negativ zu sehen, sondern kann sogar eine große Chance sein, gemeinsam eine gute Lösung für diesen Bereich zu entwickeln.“

Wie komme ich jetzt an dieser Stelle darauf, dass der Kollege Vorsitzende eine bestimmte Gladbacher Baugesellschaft im Kopf hat, der Name mit „J“ beginnt…

Jetzt muss die SPD schon die Kreisbau vor der CDU schützen. Wenn mir dies jemand vor ein paar Jahren gesagt hätte…

Mein Ratsfraktionskollege Henning Haupts, der Vorsitzender des Aufsichtsrates der Gem. Kreisbau AG ist, hat in der Angelegenheit nachfolgende Stellungnahme herausgegeben:

“Die Kreisbau AG, als städtische Tochter, engagiert sich zum Wohle der Menschen in dieser Stadt in allen Bereichen des sozialen Wohnungsbaus, sowie auch in der Erstellung für den so notwendigen preiswerten gewerblichen Raumbedarf. Zugleich sieht die Kreisbau AG auch ihre Pflicht darin, den stadtplanerischen Willen der Stadtverwaltung, sowie der Bürgerinnen und Bürger nachzukommen.

Das trifft in erster Linie für die Schaffung preiswerten Wohnraums in der Stadt zu und zweitens stadtplanerischen Fehlentwicklungen entgegenzuwirken. Damit auch die Interessen der Bürger dieser Stadt beim Verkauf des Bahnhofs Rheydt Hbf gewahrt bleiben, sieht es die Kreisbau AG als eine Selbstverständlichkeit an, sich hier gemeinsam mit den Menschen unserer Stadt für die Entwicklung, des zum Verkauf stehenden Geländes, zu befassen.

Die populistischen Vorwürfe des Ratherrn Boss weise ich entschieden zurück.

Seine Behauptung, die Mieter der Kreisbau AG würden durch das Engagement am Bahnhof Rheydt mit steigenden Mieten belastet, ist unsinnig. Auch der Vorsitzende der CDU Giesenkirchen müsste wissen, dass die Kreisbau AG sich nur an einem Bieterverfahren beteiligt, wenn es sich eigenständig wirtschaftlich rechnet. Alle anders lautenden Behauptungen sind unseriös und mit nichts zu begründen.

Somit begrüßt die Kreisbau AG auch die Initiative der Stadtverwaltung, die eine Vorkaufsatzung auf den Weg gebracht hat, welche sie gegenüber der DB AG geltend machen will. Ebenso wird zeitgleich noch ein neuer Bebauungsplan aufgestellt, welcher die Interessen der Stadtentwicklung rund um den Bahnhof Rheydt berücksichtigt.”

Advertisements