Am Rande notiert: Wie sollte ein Politiker in Deutschland sein?

SteinbrückUnabhängig von politischen Inhalten ist die Bundestagswahl am 22. September auch eine Wahl zwischen zwei unterschiedlichen politischen Charakteren. Auf der einen Seite kandidiert eine Frau als Amtsinhaberin, von der alle Welt sagt, sie entscheide nichts, sitze aus und würde es dann Position beziehen, wenn sie genau wissen würde, welche inhaltliche Position am Ende der Debatte die Mehrheitsmeinung ist. Der vorgeworfen wird, sie wolle Deutschland „einlullen“ und kurz „Mutti“ genannt wird.

Auf der anderen Seite ist da ein Mann, der erkennbar nicht dem Klischee eines Politikers entspricht, der eine klare Sprache bevorzugt, auch wenn er dafür bei den Wählerinnen und Wählern nicht imm und sofort Zustimmung erfährt, der Ecken und Kanten zeigt auf die Gefahr hin, es nicht allen Recht zu machen. Der eine klare Sprache bevorzugt, offensichtlich klare Gesten auch.

Merkwürdig ist, dass die Menschen – oft zu Recht – über aalglatte Politiker/innen schimpfen, die nicht eindeutig Position beziehen, die nur nach den Stimmen am Wahltag schielen, keine eigene Meinung haben, kurz: Die den Menschen nach dem Mund reden. Und nun ist da Peer Steinbrück, der offenkundig das gängige Vorurteil über Politiker nicht erfüllt. Der im Grunde so ist, wie sich die Mehrheit der Bundesbürger einen Politiker wünscht. Aber so soll es dann auch wieder nicht sein. Merkwürdig…

Zwei gute und lesenswerte Kommentare aus Medien, die sicherlich nicht unbedingt immer als SPD-nah zu bezeichnen sind, gibt es hier:

http://www.derwesten.de/panorama/peer-steinbrueck-in-hochform-daumen-hoch-fuer-den-stinkefinger-cmt-id8436351.html

http://www.n-tv.de/politik/Klarer-Finger-Steinbrueck-article11361481.html

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